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Das Leben Nichirens

»Am 12. Oktober 1279 schrieb Nichiren den Gohonzon ein. Dies bezeichnete er selbst als die eigentliche Aufgabe seines Lebens.«

Das Leben Nichirens

Nichiren, der Begründer dieses Buddhismus, lebte im Japan des 13. Jahrhunderts, einer Zeit, die von inneren und äußeren Auseinandersetzungen, Epidemien, Naturkatastrophen und sozialen Ungerechtigkeiten geprägt war.
Von seinen Schülern erhielt er den Titel Daishonin, was »Großer Weiser« bedeutet. Der Titel einer Person wird im japanischen immer dem Namen nachgestellt, weshalb man auch in vielen Veröffentlichungen den Namen Nichiren Daishonin findet.
Nichiren wurde am 16. Februar 1222 als Sohn einer Fischerfamilie im Fischerdorf Kominato in der Provinz Awa, der heutigen Chiba-Präfektur, geboren. Als Kind hieß er Zennichimaro. Im Alter von zwölf Jahren verließ er sein Elternhaus, um im nahegelegenen Seicho-Tempel eine buddhistische Ausbildung zu erhalten. Der Seicho-Tempel gehörte zur Tendai-Schule.
In seiner ganzen Jugend bedrängte ihn die Frage nach dem Sinn des Lebens, wie er später schrieb: »Seit meiner Kindheit habe ich Buddhismus mit einem einzigen Gedanken im Sinn studiert. Ein Mensch stößt seinen letzten Atem aus ohne die Hoffnung, einen weiteren Atemzug zu tun. Nicht einmal der Tau, getragen vom Wind, reicht aus, diese Vergänglichkeit zu beschreiben. Niemand, weise oder närrisch, jung oder alt, kann dem Tod entrinnen. Daher war es mein einziger Wunsch, dieses ewige Geheimnis zu lüften. Alles andere war zweitrangig.« Während seines Studiums tauchten in ihm viele Fragen auf, vor allem angesichts der verwirrenden Vielfalt buddhistischer Schulen und der Widersprüche im buddhistischen Kanon. So betete er mit zwölf Jahren vor Bodhisattwa Kokuso, der »weiseste Mann Japans« zu werden. Er fügte hinzu, Bodhisattwa Kokuso habe ihm ein Juwel der Weisheit geschenkt, mittels dessen er alles klar zu sehen anfing.
Als er sechzehn Jahre alt wurde« entschloß er sich zur Priesterweihe und nahm den religiösen Namen Seshobo Rencho an. Kurz darauf begab er sich auf eine Studienreise nach Kamakura, dem damaligen Regierungssitz, und dann weiter nach Kyoto und anderen Städten, um sich mit allen wichtigen Lehren auseinanderzusetzen. In diesem zehnjährigen Studium erkannte er, daß die wesentliche Aussage des Buddhismus sich im Lotos-Sutra findet.
Zu Beginn des Jahres 1253 kehrte er zum Seicho-Tempel zurück und bereitete die Verkündung seiner Lehre vor. Am 28. April 1253, nachdem er zur aufgehenden Sonne Nam-Myoho-Renge-Kyo gechantet hatte, verkündete er am Mittag seine Lehre im Hof des Tempels und nannte sich fortan Nichiren (»Sonnen-Lotos«).
Nichiren erläuterte, daß die Essenz und die ursprüngliche Absicht der Lehre Shakyamunis im Lotos-Sutra zu finden ist, und daß ihr Kern die Rezitation des Titels, d. h. das Chanten von Nam-Myoho-Renge-Kyo ist. Er erklärte, daß die vor dem Lotos-Sutra verkündeten Lehren in der heutigen Zeit die Menschen nicht mehr zur Erleuchtung führen können. Er wandte sich entschieden gegen die anderen buddhistischen Schulen, die sich zum damaligen Zeitpunkt bereits von dem ursprünglichen Gedanken und der Absicht des Buddhismus weit entfernt hatten. Statt dessen waren sie oft nur noch Marionetten im Dienst der jeweiligen politischen Machthaber, die geprägt waren von Korruption und Weltlichkeit. Der Daishonin wußte, daß er sich durch diese kritischen Thesen der im Volk vorherrschenden Meinung und der Regierung entgegenstellen würde. Aber sein Mitgefühl mit den Leiden der Menschen und seine große Entschlossenheit, ihnen einen Weg zu zeigen, sich von diesen Leiden zu befreien, ließen ihn unbeirrbar weitermachen. Darauf wurde er vom Lehnsherrn der Gegend, der Anhänger der Jodo-Schule war, verfolgt, verließ die Gegend und ging nach Kamakura.

Am 16. Juli 1260 legte Nichiren dem mächtigsten Mann des Landes, Hojo Tokiyori (einem ehemaligen Regenten des Kamakura-Shogunats), eine Mahnschrift mit dem Titel »Rissho Ankoku Ron« (»Über die Sicherung des Friedens im Lande durch die Verbreitung des Wahren Gesetzes«) vor. Er erläuterte, daß die Mißachtung des Wahren Gesetzes die eigentliche Ursache für die Naturkatastrophen sei und prophezeite gleichzeitig, daß sich weitere Katastrophen wie Invasion und Bürgerkrieg ereignen würden, wenn die Regierung weiterhin keine Gegenmaßnahme gegen die Verleumdung des Wahren Gesetzes treffen würde. Der Buddhismus lehrt, daß schlechtes Karma am schnellsten dadurch entsteht, indem man das Wahre Gesetz verleumdet. Diese Aussage taucht in vielen Sutras auf und kann als eine Grundaussage der buddhistischen Philosophie bezeichnet werden. jedoch verdeutlicht nur das Lotos-Sutra, was mit der »Verleumdung des Wahren Gesetzes« gemeint ist: die Verleugnung der Tatsache, daß das Lotos-Sutra - Shakyamunis höchste Lehre - als einziges Sutra darlegt, wie alle Menschen zur Erleuchtung gelangen können. Statt dessen befolgte man Shakyamunis frühere, vorbereitende und daher unvollständige Lehren, von denen er selbst sagte, sie sollten außer acht gelassen werden. Im Hoben-Kapitel (zweites Kapitel) des Lotos-Sutras wird dazu ermahnt, die »vorläufigen Lehren aufrichtig abzulegen«. Aus diesem Grund nahm Nichiren so eine kritische Haltung gegenüber den Schulen seiner Zeit ein. Insbesondere die Nembutsu-Schule wird in der Rissho Ankoku Ron hart kritisiert, weil sie die Weltflucht der Menschen förderte und ihre Apathie unterstützte - zu einer Zeit, in der der Buddhismus den Willen und die Fähigkeit der Menschen hätte stärken müssen , um durch die Veränderung ihres eigenen Lebens ihr Leiden anzugehen und zu überwinden.
Die Regierung antwortete schließlich auf die Rissho Ankoku Ron - unterstützt von den Anführern der staatlich geförderten buddhistischen Schulen - mit Überfall und Verfolgungen. Nichiren wurde im Mai 1261 unter falscher Anschuldigung an die karge Küste der Halbinsel Izu verbannt. Im Februar 1263 wurde er begnadigt und konnte wieder nach Kamakura zurückkehren.
Im Jahr 1268 schickte Kublai Khan, der bereits Korea besetzt hatte, eine Botschaft nach Japan und verlangte dessen Kapitulation.
Nichiren sandte aus Sorge um die Erfüllung seiner Prophezeiung elf Mahnschriften ähnlichen Inhalts wie die Rissho Ankoku Ron an hochgestellte Beamte und einflußreiche Priester anderer Schulen - doch vergeblich. Auch bei anderen Gelegenheiten verlangte er eine öffentliche Debatte mit den Priestern, aber sein Angebot wurde im September 1271 mit seiner Verhaftung und Verbannung auf die entlegene Insel Sado beantwortet.
Obwohl die Verurteilung nur auf Verbannung gelautet hatte, sollte Nichiren auf dem Weg nach Sado an der Hinrichtungsstätte Tatsunokuchi enthauptet werden. Aber im letzten Augenblick versetzte das plötzliche Auftauchen eines leuchtenden Kometen am Himmel die Soldaten so in Angst und Schrecken, daß sie nicht mehr den Mut aufbrachten, Nichiren hinzurichten.
Im Jahre 1272 brachen Kämpfe innerhalb der Familie Hojo aus, wodurch sich die letzte Prophezeiung Nichirens erfüllte. Zu Beginn des Jahres 1274 wurde das Verbannungsurteil aufgehoben. Er kehrte im März nach Kamakura zurück und warnte vor einem Militärgericht zum dritten Mal, daß die grundlegende Ursache aller Katastrophen darin liegt, daß das ganze Volk dem Buddhismus zuwiderhandelt. Nachdem sich die Ermahnung als vergeblich erwies, verließ er Kamakura im Mai 1274 und ließ sich auf dem Berg Minobu westlich des Fujiyama nieder, um sich der Ausbildung seiner Schüler zu widmen.
Am 12. Oktober 1279 schrieb Nichiren den "Gohonzon" ein. Dies bezeichnete Nichiren selbst als die eigentliche Aufgabe seines Lebens. Durch den Gohonzon verwirklichte Nichiren den Wunsch aller Buddhas, jedem Menschen - unabhängig von Zeit und Ort und unabhängig von seinen Fähigkeiten - die Erlangung der Buddhaschaft zu ermöglichen. Daher wird Nichiren als der ursprüngliche Buddha bezeichnet.
In seinem 61.Lebensjahr war der Daishonin bei schwacher Gesundheit. Er fühlte die Nähe seines Todes und bestimmte Nikko Shonin zu seinem Nachfolger. Im September 1282 verließ er Minobu, um aus gesundheitlichen Gründen die heiße Quelle in Hitachi aufzusuchen. Als er in der Residenz der Brüder Ikegami im Gebiet des heutigen Tokyo ankam, war er zu krank für die Weiterreise, Am frühen Morgen des 13. Oktober 1282 verschied er friedlich, umgeben von seinen Schülern, die ehrfürchtig Nam-Myoho-Renge-Kyo chanteten.

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